Ein Projekt von Patrice Barthès und Stephanie Thiersch; urauffgeführt im Rahmen von Montpellier Dansea am 5. April 02 im CCNM Centre Chorégraphique National de Montpellier
Fragestellungen nach der Wahrnehmung von Bewegung/Tanz über das Gehör, nach der Art der Sensibilisierung der anderen Sinne bilden den Ausgangspunkt. Wie choreographieren wir ganz persönlich visuelle Ereignisse in unserem Kopf, wenn wir Tanz, der generell stark visuell passiert, nur hören können? Der Rezipient als Choreograph im Imaginären?
Der Zuschauer bzw. Zuhörer erhält vor dem Saal eine durchsichtige (Entspannungs)Maske über geschlossene Augen. Er wird in einen unbekannten Raum geführt und an einem bestimmten Ort auf eine Isomatte mit Kopfkissen gelegt. Tiefhängende Scheinwerfer produzieren abgestimmt auf die Performance (halluzinatorische) Lichtspiele am inneren Augenlid.
Die 7 Tänzer bewegen sich über und neben den Zuhörer, mal nah, mal fern; sie streifen und berühren den Zuhörer zuweilen auch, manchmal kommen sie zu nah.
Eine subjektive Kamera verfolgt als integrativer Teil der Performance das Geschehen. Sie entwickelt eine eigene Narration und bezieht den Zuschauer mit ein. Nach der Vorstellung werden die Bilder ungeschnitten, genauso wie sie gefilmt wurden, auf einer Leinwand im Foyer projiziert, diesmal ohne Ton. Ein verwirrender Abgleich mit dem Gehörten entsteht.
concept: Patrice Barthès and Stephanie Thiersch // choreography and dance: Rémy Girard, Brigitte Negro, Julie Devigne, Audrey Dancoisne, Cedric Courtois, Patrice Barthès // video choreography: Stephanie Thiersch